Zwei Welt-Musiker zu Gast beim KulturForum Europa
Kulturgespräche in Ost-West-Tenor - Architektur und Musik

Anlässlich der Verleihung des KulturPreis Europa nach Polen waren der polnische Stardirigent und weltberühmte Komponist moderner Musik, Krzysztof Penderecki und sein türkischer Kollege Okan Demiris zu Gast ebim KulturForum Europa e.V. (KFE). Dabei ging es zum einen um Gespräche in bezug auf den Neubau des Kulturzentrums, dass der polnische Musiker zu Füßen der Hohen Tatra in Südpolen  errichten will in Verbindung mit dem neugestalteten Atelierhaus des KFE, das gerade in der ländlichen Umgebung von Vettweiß, Kreis Düren, in Betrieb genommen wurde. Die Baustoffe Holz und Beton sollen auch in Polen vorrangig Verwendung finden. Während das KulturForum Europa die Betonschale als Außenelement, innen mit Holz ausgekleidet durch Prof. Dr. Meisenheimer bauen ließ, bevorzugt Krysztof Penderecki die "finnische Bauweise", bei der das Holz eine dekorative Außenfassade um einen inneren Betonkern bildet.

 Die Komponisten-Weltstars Krysztof Penderecki (Polen) und Dr. Okan Demiris (Türkei), trafen sich zum Gedankenaustausch über Architektur und Musik beim KFE. Es soll zum Verständnis klassischer türkischer Kultur der Versuch gestartet werden, eine Großoper über das Leben des türkischen Herrschers IV. Murat im Rahmen eines Festivals türkischer Kultur im Westen nach Deutschland zu bringen.

Ein Ost-West-Kulturexperiment
Beim architektonischen "Künstlergespräch" war auch Dr. Okan Demiris anwesend, dessen klassische Opern seit Jahrzehnten in der Türkei auf dem Theater-Spielplan stehen. Demiris, der von seiner Frau Leyla, der Primadonna der Istanbuler Staatsoper, begleitet wurde, feiert speziell im türkischem Raum Ruf und Ansehen eines der größten Komponisten des Landes.


Beide berühmten Musiker trafen sich auf Anregung des KFE erstmalig und tauschten sich über moderne und klassische Musik aus. Der polnische "Mathematiker der modernen" Musik und der klassische türkische Opernkomponist nutzten die Begegnung, um auch in Sachen Europa auf kultureller Ebene ein Stück Annäherung und Miteinander zu proklamieren. In diesem Zusammenhang bestrebte das KulturForum Europa ein bislang nie dagewesenes Experiment.

Ins Auge gefasst wurde, ein Stück türkische Kulturgeschichte verbunden mit türkisch-klassischer Opernmusik in einem Aufgebot von 250 Mitwirkenden nach Deutschland zu bringen. "In gemeinsamer Denkrichtung wollen wir versuchen, im Westen ein Stück türkische Geschichte, türkische Kultur, im Westen vorzustellen, über das herkömmlich bekannte folkloristische Element hinausgehend", so Christian Bauer vom KFE, "gerade zu einer Zeit, in der negative Stimmung in bezug auf Länder mit überwiegend islamischer Religion vorherrschen, sehen wir die dringende Notwendigkeit, über türkische Geschichte und Kultur positive Aufklärung beizusteuern", so Bauer weiter.
In diesem Zusammenhang ist angedacht das Werk "IV. Murat" des türkischen Staatskomponisten Demiris im Verbund mit türkischen Organisationen in der Bundesrepublik zu präsentieren. Ein interessantes großes Unterfangen, zu dem Penderecki seinem türkischen Kollegen und dem KulturForum Europa Ausdauer, Glück und viel Erfolg bei der Partner- und Sponsorensuche wünschte. Beide Musiker trugen sich in das goldene Buch des KulturForum ein.


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